Sabrina ist AI Solutions Team Managerin bei Trusted Shops, engagiert sich als Chairwoman bei TechLabs für digitale Bildung und war Mentee im AWS She Builds Mentoring Programm. Im Interview spricht sie über ihren Weg in die Tech-Branche, ihre Begeisterung für Hackathons und warum Mentorship und Netzwerken für Frauen in der IT so wichtig sind.
Das ITgirl im Profil
Name: Sabrina Engling
Position: AI Solutions Team Managerin Trusted Shops

Du hast Wirtschaftswissenschaften studiert. Wie bist du in die Tech-Welt gekommen?
Ich hätte nie gedacht, dass ich mal in Tech lande. In der Schule mochte ich Mathe, aber Informatik erschien mir „zu nerdig". Ich bin über Digital Marketing dazugekommen.
Ich habe in einem Online-Shop gearbeitet und gemerkt, dass die IT-Abteilung nicht genug Ressourcen hatte. Also musste ich selbst Dinge umsetzen und mir Schritt für Schritt das Programmieren beibringen – mit YouTube, Google-Kursen und Learning by Doing.
Warum hast du dich für die Weiterbildung zur KI-Managerin entschieden?
Ich habe im Technical Product Operations Management meinen ersten Support-Chatbot betreut und gemerkt, dass KI riesiges Potenzial hat.
KI verbindet für mich Tech, Business und Mathe – eine perfekte Mischung. Als der KI-Hype mit ChatGPT losging, wollte ich mich intensiver damit beschäftigen. Die IHK-Weiterbildung zum KI-Manager hat mir genau die Schnittstelle zwischen technischem Wissen (z. B. KI-Modelle, Statistik) und strategischer Implementierung im Unternehmen vermittelt.
Du bist AI Solution Managerin bei Trusted Shops – was machst du da genau?
Mein Job ist es, KI im Unternehmen voranzutreiben – also Enablement, Strategie und technische Umsetzung von KI-Lösungen. Ich betreue unter anderem unseren AI-gestützten Support-Chatbot, entwickle neue KI-Lösungen für Automatisierungen und halte Tech-Talks für Mitarbeitende, um sie mit dem Thema KI vertraut zu machen. Als Team Managerin darf ich das AI Solutions Team leiten und werde gemeinsam mit einem wachsenden Team immer weiter daran arbeiten, KI-Lösungen strategisch und skalierbar umzusetzen sowie die AI Adoption im Unternehmen zu fördern.
Du warst Mentee im AWS She Builds Mentoring Programm. Was hast du daraus mitgenommen?
Ich wurde einem Head of Data & AI bei AWS als Mentor zugeteilt. Neben One-on-One-Gesprächen gab es auch Speaker-Sessions zu Impostor-Syndrom, Customer Centricity und AI-Strategien. Besonders wertvoll fand ich den Austausch mit den anderen Mentees. Es hilft enorm zu wissen, dass andere mit ähnlichen Herausforderungen kämpfen.
Wie gehst du mit dem Impostor-Syndrom um?
Ehrlich gesagt: Es geht nie ganz weg. Aber es hilft, mit anderen darüber zu sprechen – dann merkt man schnell, man ist nicht allein! Je besser man wird, desto mehr kann das Gefühl wachsen. Deshalb: Sich öffnen, drüber reden und sich nicht entmutigen lassen.
Wie wichtig ist Networking für dich?
Ich besuche gerne AI-Events, Hackathons und Summits und vernetze mich dort mit anderen. Gerade LinkedIn ist super, um den Kontakt zu halten. Ich hatte schon viele spannende Gespräche und wertvollen Austausch – zum Beispiel mit jemandem, die ich auf einem AWS Hackathon kennengelernt habe.Wir sehen uns nun regelmäßig auf anderen Events wieder und tauschen uns über KI-Themen aus – wir sind richtige Event-Buddys geworden.
Welche Rolle spielt Tech4Good für dich?
Für mich bedeutet es, Technologie nicht nur gewinnorientiert, sondern für sinnvolle Zwecke zu nutzen – zum Beispiel für Zero-Waste-Lösungen oder KI-Projekte mit gesellschaftlichem Nutzen. In meiner ehrenamtlichen Arbeit bei TechLabs motivieren wir die Teilnehmenden, digitale Projekte mit einem positiven Impact zu entwickeln. Es gibt so viele Möglichkeiten, mit Tech Gutes zu bewirken!
Was war dein spannendstes Hackathon-Projekt?
Beim AWS GenAI Hackathon haben wir einen KI-gestützten Produkt-Empfehlungs-Chatbot entwickelt. Beim Cheftreff Hackathon ging es um Zero Waste bei Lufthansa-Flügen – wir haben ein Modell gebaut, das vorhersagt, wie viele Sandwiches für einen Flug benötigt werden. Ich liebe Hackathons, weil man in kurzer Zeit kreative Lösungen entwickelt und unglaublich viel lernt! Und dieses Jahr habe ich mit meinem Team sogar beim Cheftreff AI Hackathon gewonnen – das hätte ich vor ein paar Jahren nie für möglich gehalten und das zeigt erneut, dass mit Durchhaltevermögen und Neugier vieles möglich ist.

Du engagierst dich als Chairwoman bei TechLabs. Was macht ihr dort?
TechLabs bietet kostenlose Tech-Bildung in Web Development, Data Science, UX und AI. Teilnehmer:innen lernen erst im E-Learning die Grundlagen und wenden dieses neue Wissen dann in Gruppen in realen Projekten an. Besonders wichtig ist uns der Tech4Good-Ansatz: Wir motivieren die Teilnehmenden, Technologie für sinnvolle Zwecke einzusetzen.
Was würdest du Frauen raten, die sich für eine Karriere in Tech interessieren, aber unsicher sind?
Einfach machen! Es gibt so viele Möglichkeiten, in Tech einzusteigen – auch ohne IT-Studium. Sucht euch Netzwerke, Mentor:innen und probiert Dinge aus. Ich habe mir viel selbst beigebracht, mit Online-Kursen und durch praktische Projekte. Niemand muss von Anfang an alles können – der wichtigste Schritt ist, überhaupt zu starten!
Fazit: „Einfach machen und sich nicht von Zweifeln aufhalten lassen!" Sabrinas Karriere zeigt, dass man auch ohne IT-Studium in Tech erfolgreich sein kann – mit Neugier, Learning by Doing und Netzwerken. Ihr Rat für Frauen, die unsicher sind, ob Tech der richtige Weg für sie ist? „Traut euch! Sprecht mit anderen, holt euch Support – und probiert es einfach aus!" 🚀Wenn ihr auch Interesse an Hackathons habt, dann lest euch Lenas Beitrag über ihren ersten Hackathon durch. Informiert euch auch über großartige Initiativen wie Tech4Girls*, die Mädchen bereits in jungen Jahren Informatikunterricht bieten.